FMT Pictures - Die Bild- & Videoagentur

Nächste Runde im Prozess um die Original-Mozartkugel vertagt

10.07.2026 10:30 - S-Stadt

Gestern sollte es in die Nächste Runde im Prozess um die Original-Mozartkugel starten. Dieser Prozess wurde noch gestern auf Grund einer Fehlenden Urkunde beziehungsweise Orden vertagt.

Der Streit um die Frage, wer die Mozartkugel erfunden hat, ging am Donnerstag vor einem Zivilrichter am Landesgericht Salzburg in die nächste Runde. Dabei ging es allerdings nicht um die Frage, wer seine Kugel „Original“ nennen darf, sondern um eine Urkunde, die Paul Fürst, Ur-Ur-Großvater vom heutigen Besitzer Martin Fürst, im Jahre 1905 in Paris erhalten haben soll, damit sei einmal mehr der Beweis erbracht, dass Paul Fürst der Urheber der ersten Mozartkugel sei. Ganz anders sieht das Alexander Truschner der Confiserie Holzermayer am Alter Markt in Salzburg, nur wenige Meter von Fürst entfernt. Doch auch dieser Teilaspekt konnte vor Gericht nicht geklärt werden, der Richter wollte die Urkunde sehen, die sei allerdings verschollen und nicht mehr auffindbar.

Bis 2025 verkauften beide, Fürst und Holzermayer, am Alter Markt unweit der weltberühmten Getreidegasse ihre jeweiligen Mozartkugeln, der dritte Hersteller mit „echten“ Mozartkugeln hat seine Schokoladenfabrik in Salzburg-Grödig mittlerweile zugesperrt und produziert seither in Tschechien, doch auch die Holzermayer-Kugeln werden nicht wirklich in Salzburg hergestellt, sondern von einem großen Industriebetrieb in Niederösterreich.

Letztes Jahr entdeckte dann Historiker Gerhard Ammererer im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit allerdings ein altes Zeitungsinserat über die Holzermayer-Vorfahren aus dem Jahr 1881, in dem die runde Schokoladen-Marzipan-Pistazien-Praline erstmals als „Salzburger Spezialität Mozartkugeln“ erwähnt wurde, „handgefertigt von R. Baumann“. Baumanns Geschäft wurde von der heutigen Confiserie Holzermayer übernommen, nun wollte Holzermayer seine Kugeln mit der „Original“-Bezeichnung küren.

Es begann der Rechtsstreit: Holzermayer wollte nicht mehr hinnehmen, dass Fürst seine Kreation als „Original Salzburger Mozartkugel" bezeichnete, die laut Fürst 1890 vom Konditor Paul Fürst kreiert wurde, also neun Jahre später als das erschienene Inserat. Martin Fürst reagierte gelassen, damals habe es viele Arten von Mozartkugeln gegeben, das vom Historiker gefundene Inserat zeige lediglich eine Werbeeinschaltung für ein Produkt mit der Bezeichnung „Mozartkugel“. Er wolle keine Konflikte, sondern Klarheit, so Fürst, der immerhin 3,5 Mio. Stück der Kugeln pro Jahr erzeugt, die in Elsbethen unweit des Schlosses Goldenstein hergestellt werden.

Ordensstreit vor Gericht ohne Orden

Dieser Rechtsstreit um Markenrechte ist noch nicht entschieden, trotzdem wurde am Donnerstag ein zweiter Nebenschauplatz eröffnet, dieses Mal geht es um einen Orden, den Paul Fürst bei der Pariser Weltausstellung 1905 erhalten haben soll, Holzermayer glaubt wiederum nicht, dass die Urkunde und der Orden für die Mozartkugel verliehen wurden. Am Landesgericht wollte der zuständige Richter daher am Donnerstag sowohl den Orden, als auch die Urkunde sehen. Doch, den Orden hatte Fürst Anwalt Dieter Heine nicht dabei, die Urkunde sei überhaupt verschollen und nicht mehr auffindbar. Der Richter vertagte, er will zumindest den Orden sehen und von einem Sachverständigen auf seine Echtheit hin überprüfen lassen.

Bereits einen Tag vor der Verhandlung hat die Familie Fürst und deren Anwalt vor Pressevertretern ihre Standpunkte erneuert. "Paul Fürst wurde 1905 in Paris für das ausgezeichnet, was heute weltweit als Salzburger Mozartkugel bekannt ist, das ist mittlerweile gerichtlich bestätigt“, so Martin Fürst. Das die Firma Holzermayer Mozartkugeln nach einem Rezept von 1880 vermarktet stimme nicht, „es gibt kein Rezept aus 1880, auch das hat das Gericht mittlerweile bestätigt“. Fürst bezweifelt auch die von Holzermayer behauptete Übernahme des Betriebs von Rudolf Baumann, der auch eine Mozartkugel erfunden haben soll. „Es gibt keine Belege für eine Unternehmensübername oder sonstige Nachfolge“. Im Übrigen verkaufe Holzermayer seit über 100 Jahren „lediglich industriell gefertigte Mozartkugeln, seit 80 Jahren von Hofbauer in Wien in dessen Fabrik in Gloggnitz, Niederösterreich“.

(Quelle: Infomedia Worx)

Bilder: FMT-Pictures - MW

Alle Bilder im ZIP-Archiv herunterladen

  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen
  • Bild öffnen